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Foto der Woche – Geier wartet auf eine Mahlzeit – Rajasthan, Indien

Vor kurzem las ich einen Artikel über Geier in Indien. Die Bestände dieser Vögel sind dramatisch zurück gegangen.  In den vergangenen 10 bis 15 Jahren schrumpften die Geier-Bestände auf dem indischen Subkontinent um etwa 97 Prozent. Einige Arten stehen kurz vor dem Aussterben. Aber was ist der Grund dafür?

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Nutztiere sehr häufig mit einem Medikament, namens Diclofenac, behandelt werden. Da verendete Nutztiere normalerweise von Geiern gefressen werden, nehmen diese dann auch das Medikament auf und sterben daran.

Weitere Nebenwirkung – durch das große Futterangebot vermehren sich die verwilderten Hunde. Diese wiederum haben häufig Tollwut. Dadurch kommt es immer häufiger zu Angriffen auf Menschen. Die Zahl der durch Tollwut gestorbenen Menschen, ist seit dem Verschwinden der Geier stark angestiegen. Um die letzten Geier vor dem Austerben zu retten, sollen jetzt neue Medikamente in der Nutztierhaltung verwendet werden.

Ein Geier wartet auf Futter. Pushkar in Rajasthan - Indien © Volker Abels
Ein Geier wartet auf Futter. Pushkar in Rajasthan - Indien © Volker Abels

Zum Foto:
Bei einer Wanderung auf einen Berg, bei Pushkar in Indien, kamen wir an ein paar Bäumen mit großen, knorrigem Ästen vorbei. Die Bäume standen direkt am Weg. In den Bäumen saßen ein paar Geier.

Scheinbar warteten sie darauf, dass eines der vielen Weidetiere im Tal verendet, um sich dann daran satt zu fressen. Vielleicht machten sie aber auch nur ein Päuschen. Zumindest ließen sich die großen Vögel nicht von uns Menschen beeindrucken. So konnten wir ziemlich nahe an die Tiere heran. Ein Geier gestatte mir dann dieses formatfüllende Portrait.

Hier noch zwei Links zur Information:
http://www.stern.de/wissen/natur/vom-aussterben-bedroht-hoffnung-fuer-die-geier-554688.html
http://www.scienceticker.info/2008/08/06/menschliche-todesopfer-durch-geier-rueckgang/

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Über Volker Abels

2010 habe ich foto-reiseberichte.com ins Leben gerufen. Reisen und Fotografieren sind meine großen Interessen. Außerdem mag ich (abgesehen von meiner Frau) Fußball (BVB :-)) an Webseiten basteln, im Internet surfen sowie ab und zu selber Sport treiben. Wenn ich Zeit übrig habe (was leider zu selten der Fall ist) lese ich auch gerne mal ein Buch.

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2 Kommentare

  1. Der Rückgang der Geierpopulationen betrifft besonders die Parsen (Anhänger der Lehre Zarathustras und „Upper Class“) in Bombay (Mumbai). Diese dürfen ihre Toten bekannterweise ja nicht verbrennen bzw. selbst anzünden (Feuer als ein heiliges Element), sondern setzen die Leichen auf speziellen Türmen den Geiern zum Fraß vor. Jetzt sind leider nicht mehr genug Geier da, um das „Entsorgungsproblem“ zu stemmen. Eine parsische Reiseleiterin machte uns auf dieses Problem aufmerksam. Aktuell überlegt die Gemeinde mit der Tradition zu brechen und ersatzhalber Anlagen zu errichten, die die Sonne zur Entzündung eines Verbrennungsfeuers nutzen, was den Parsen in der Not wohl noch akzeptabel erscheint.

    Es ist wohl so, dass die Leichen auf den Türmen liegen bleiben und bei Aufbahrung der nachfolgend Gestorbenen im Wege sind. Vorher waren die Leichen schnell durch die Geier vertilgt und die blanken Knochen fielen durch Roste in die Türme.

    Interessantes Thema, nicht?

  2. Hintergrundinfo Diclofenac: Schmerzmittel, am häufigsten eingesetzt im Medikament Voltaren (Schmerzgel). Zusammen mit Antibiotoka missbraucht in der Massentierhaltung, in dem es prophylaktisch eingesetzt wird. Der Endverbraucher, also wir, haben es auszubaden. Stichwort: Keimresistenzen !!!

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