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Ladakh und Zanskar: Zwischen Schlamm und Serpentinen – Trekking im Herzen des Himalaya – Teil 3

Zwischen Schlamm und Serpentinen – Trekking im Herzen des Himalaya – Teil 3

 

Die nächsten Tage lassen uns, ähnlich wie bisher, nach jedem Abstieg ein neues Hindernis erklimmen. Zwischendurch führt der Weg durch offenes Gelände, über üppige Wiesen auf denen wir hin wieder Murmeltiere beobachten können, vorbei an Felswüsten, Schluchten und reißenden Wildbächen.

Hin wieder beobachten wir Murmeltiere. © Volker Abels
Hin wieder beobachten wir Murmeltiere. © Volker Abels

Nach einem besonders langen Abstieg müssen wir erst den Zanskar-Fluß auf einer schmalen Brücke überqueren, um anschließend wieder einen steilen Berg im Zick Zack Kurs hinaufzuächzen. Am Scheitel des Passes angekommen, sehen wir das Hauptziel unserer Wanderung vor uns; das Zanskar Tal.

Dieses Hochtal liegt, auf einer durchschnittlichen Höhe von etwa 3500 m. Es verdankt seinen Namen dem wichtigsten Nebenfluss am Oberlauf des Indus, dem Zanskar.

In den nächsten Tagen erwarten uns nur relativ flache und einfach zu bewältigende Wege. Sie führen durch leichtes Gelände ohne größere Erhebungen, vorbei an kleinen Dörfern mit weiß gekalkten Häusern. Diese Orte sind regelrechte Oasen in der ansonsten meist trockenen Landschaft. Neben den, in vollem Saft stehenden Gerste- und Erbsenfeldern, stehen dort häufig Baumgruppen. Meistens handelt es sich um Pappeln, die dort angepflanzt werden. Da die Dörfer normalerweise in direkter Nähe von Flüssen oder Quellen entstanden sind, ist eine künstliche Bewässerung der Felder und Bäume möglich.

In Padum dem Hauptort des Zanskar-Tals angekommen, verbringen wir ein paar gemeinsame Tage, bevor sich unsere Wege trennen.

In der Nähe Padums liegt das Kloster Karsha, das über eine, vor wenigen Jahren errichteten Brücke, in zwei Stunden zu erreichen ist. Diese Gompa fügt sich so in die Landschaft ein, als sei sie dort gewachsen. Die Gebäude sind nur über steile, schmale Pfade erreichbar. Wie bei allen Klöstern in Ladakh und Zanskar, sind auch hier viele Wände mit farbenprächtigen Malereien versehen. Sie zeigen Geschichten aus der buddhistischen Mythologie.

Neben den farbigen Gemälden beeindrucken mich besonders die Thankas (religiöse Rollgemälde) und die vielen Bronzestatuen. Allgegenwärtig sind Darstellungen Buddhas, in seinen verschiedenen Inkarnationen.

Ich nutzte die Rasttage in Padum zur Erkundung der Gegend. Da außerdem der Dalai Lama ein Puja (Belehrung), in Padum abhält, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen will, warte ich mit der Fortsetzung meiner Tour noch ein paar Tage. (darüber werde ich in einem separaten Artikel berichten).

Nach ein paar Tagen geht es dann weiter. Inzwischen habe ich neue Reisebegleiter gefunden. Außerdem befördert ein Inder aus Himachal Pradesh, Namens Delipsing, mit seinen Pferden unser Gepäck.

So manche Brücke wirkt recht abenteuerlich. © Volker Abels
So manche Brücke wirkt recht abenteuerlich. © Volker Abels

Die Strecke von Padum nach Darcha, dem Ort an dem wir den Bus nach Manali erreichen wollen, ist verglichen mit dem ersten Teil der Route relativ einfach. Selbst der zum Ende der Tour zu bewältigende Shingo La mit 5100 m ist fast ein Spaziergang.

Einen optischer Höhepunkt möchte ich noch erwähnen. Etwas abseits vom Weg, in einem Seitental, liegt eine Sehenswürdigkeit, die jeder Wanderer der sich ins Zanskar-Tal begeben sollte besuchen muss. Es handelt sich um das Kloster Phugtal (Phuktal). Diese Höhlengompa klebt wie ein Schwalbennest am Berghang. Unter einer großen Höhle entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Gebäudeansammlung, dem heutigen Kloster.

Um zu den Bauten zu gelangen, müssen wir steile Pfade hinaufkraxeln. In der Gompa lernen wir den einheimischen Gelehrten Tsering Dorje, kenne. Er wird begleitet von Jaroslav Poncar, einem bekannten Himalayakenner aus Deutschland.

Tsering Dorje ist ein Universalgelehrter, der nicht nur sämtliche Tier- und Pflanzenarten Ladakhs kennt, sondern auch alles über Buddhismus und die Geschichte Ladakhs und Zanskars.

Er führt uns durch das Kloster. Dadurch sehen wir Teile der Gebäude, die normalerweise kein Tourist zu Gesicht bekommt. Der Gelehrte erläutert uns die Wandmalerein und erzählt uns Geschichten ihrer Bedeutung und Entstehung. Es ist faszinierend dieser Persönlichkeit zu zuhören. Den Abschluss der Führung bildet eine Einladung zum Tee in der Klosterküche.

Die letzten Kilometer unserer Wanderung, bei strahlendem Sonnenschein vergehen schnell. Nach ein paar Tagen heißt uns der Ort Darcha, mit seinen heruntergekommenen Hotels und der großen Anzahl von Militärzelten, als Vorposten der „Zivilisation“, willkommen.

Die Trekkingtour fand 1988 statt. Inzwischen besuchen natürlich mehr Touristen Ladakh und Zanskar. Aber immer noch ist die Natur gewaltig und immer noch findet man freundliche Menschen.

Auf einer schmalen Brücke wird der Zanskar-Fluss überquert. © Volker Abels
Auf einer schmalen Brücke wird der Zanskar-Fluss überquert. © Volker Abels
Grandiose Natur in Ladakh und Zanskar. © Volker Abels
Grandiose Natur in Ladakh und Zanskar. © Volker Abels
Weite Sicht von der Passhöhe. © Volker Abels
Weite Sicht von der Passhöhe. © Volker Abels
Blick auf den Zanskar-Fluss. © Volker Abels
Blick auf den Zanskar-Fluss. © Volker Abels
Der Zanskar-Fluss im Zanskar-Tal. © Volker Abels
Der Zanskar-Fluss im Zanskar-Tal. © Volker Abels
Im Zanskar-Tal © Volker Abels
Im Zanskar-Tal © Volker Abels
Mit Schnee bedeckte Berge -  ein grandioser Anblick. © Volker Abels
Mit Schnee bedeckte Berge – ein grandioser Anblick. © Volker Abels
Ein Mann kommt vom Kloster Karsha. © Volker Abels
Ein Mann kommt vom Kloster Karsha. © Volker Abels
Typische Siedlung in Ladakh und Zanskar. © Volker Abels
Typische Siedlung in Ladakh und Zanskar. © Volker Abels
Haus aus Lehm - Ladakh/Zanskar. © Volker Abels
Haus aus Lehm – Ladakh/Zanskar. © Volker Abels
Eine Manimauer, wie man sie überall in Ladakh und Zanskar findet. © Volker Abels
Eine Manimauer, wie man sie überall in Ladakh und Zanskar findet. © Volker Abels
Auf dem Weg zum Kloster Phugtal. © Volker Abels
Auf dem Weg zum Kloster Phugtal. © Volker Abels
Das Kloster Phugtal, eine Höhlengompa die wie ein Schwalbennest am Berghang klebt.  © Volker Abels
Das Kloster Phugtal, eine Höhlengompa die wie ein Schwalbennest am Berghang klebt. © Volker Abels
Übrigens – Kletterausrüstung gibt es bei Bergfreunde.de*


aboeinfach.de

Über Volker Abels

2010 habe ich foto-reiseberichte.com ins Leben gerufen.Reisen und Fotografieren sind meine großen Interessen. Außerdem mag ich (abgesehen von meiner Frau) Fußball (BVB :-)) an Webseiten basteln, im Internet surfen sowie ab und zu selber Sport treiben. Wenn ich Zeit übrig habe (was leider zu selten der Fall ist) lese ich auch gerne mal ein Buch.

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