Home » Reisen » Borneo » Dschungeltrekking – Trekking im Dschungel von Sarawak auf Borneo – Malaysia

Dschungeltrekking – Trekking im Dschungel von Sarawak auf Borneo – Malaysia

Dschungeltrekking, wandern in einem der ältesten Urwälder der Erde. Ein besonderes Erlebnis für viele Naturfreunde. Zugegeben, es ist schon eine Weile her, mein Dschungeltrekking in Sarawak. Es war ein tolles Erlebnis, das man auch heute noch ähnlich erleben kann. 

Sarawak - Borneo, Flug nach Long Lelang © Volker Abels
Sarawak – Borneo, Flug nach Long Lelang © Volker Abels

Ich war mehrere Wochen unterwegs. Tief hinein in den Dschungel wollte ich, nahe an die Grenze von Kalimantan. Aber es war nicht so einfach wie ich es mir vorgestellt hatte. Bürokratische Hemmnisse standen mir im Weg. Das Gebiet, das ich besuchen wollte, machte Schlagzeilen. Dort lebten die Punan, ein Nomadenvolk. Sie versuchten mit Demonstrationen, Barrikaden und auch Kämpfen, den weiteren Raubbau am Dschungel zu verhindern.

Ich erhielt kein Permit für diese Region. Nach längeren Verhandlungen erhielt ich allerdings die Genehmigung in einen Nachbarbezirk zu fliegen. Schließlich, nach mehreren Anläufen ergatterte ich  auch einen Flug zum Ort Long Lelang. Nicht ganz mein gewünschtes Ziel, aber auch nicht sehr weit davon entfernt.

Mein vorhaben, mit einem Führer durch den Dschungel zu trekken, um doch noch mein Ziele zu erreichen, musste ich allerdings begraben. Es scheiterte  an den Kosten, die ich mir, wenn ich meine Reise nicht frühzeitig beenden wollte, einfach nicht leisten konnte. Mein Kompromiss waren Dschungeltouren in der Nähe des Ortes Long Lelang.

Ankunft in Long Lelang © Volker Abels
Ankunft in Long Lelang © Volker Abels

Im Flugzeug lernte ich zwei junge  Engländer kennen, die auch Trekkingtouren unternehmen wollten. Sie hatten schon einen Führer und ich konnte mich ihnen anschließen. In Long Lelang fanden wir eine Unterkunft in einem Langhaus, dass Zimmer an Besucher vermietete. Unsere Dschungeltour startete dann am nächsten Tag.

Mit Gepäck durch den Dschungel zu laufen ist Knochenarbeit. Ich hatte in der Vergangenheit schon ein paar Trekkingtouren im Himalaya hinter mich gebracht, grandiose Erlebnisse, ohne Frage. Aber bis auf die Höhe waren diese Touren lange nicht so anstrengend wie die Märsche im Dschungel von Borneo.

Pause an einer Lichtung © Volker Abels
Pause an einer Lichtung © Volker Abels

Wir balancierten über umgefallenen Bäume, die durch Moose und Flechten ziemlich rutschig waren. Ein anderes mal durften wir unter Bäume her kriechen, teilweise war es eher ein Robben in bester Bundeswehrmanier. Wir wateten durch Bäche, kletterten schlammige Böschungen und an rutschigen Felsen hoch. Wir folgten kaum sichtbaren Pfaden, die wir ohne Führer kaum erkannt hätten. Ich übertreibe, wir hätten sie gar nicht erkannt. Hinzu kamen Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Trotz der schweißtreibenden Mühen machte es sehr viel Spaß, sich inmitten einer urwüchsigen (noch) weitgehend intakten Landschaft zu bewegen.


Unser Führer Andreas, ein zum Christentum konvertierter Kelabit (ein Stamm ehemaliger Kopfjäger), konnte nicht nur sehr gut englisch sprechen, sondern kannte den Dschungel wie seine Westentasche. Bei jeder sich bietenden Möglichkeit zeigte er uns Heilpflanzen und Wurzeln von Bäumen, die gegen viele Krankheiten wirken sollten.

Er zeigte uns Wurzeln gegen Malaria, gegen Fieber oder gar gegen Schlangenbisse. Auch essbare Pflanzen und Bäume, sowie Pilze konnten wir begutachten. Und die richtigen Lianen, die in denen Trinkwasser enthalten war. Ähnlich der Lianen, die ich als Kind in Tarzanfilmen sah. Tarzan begegnete uns allerdings nicht.

Andreas legte großen Wert darauf, die Geheimnisse der Heilpflanzen nicht weiter zu verbreiten. Die Gefahr, das Chinesen oder große Pharmakonzerne diese Pflanzen nutzen würden, um große Gewinne zu erzielen, ohne das die Bevölkerung vor Ort etwas davon habe, war ihm zu groß.

Später konnten wir uns von der Wirkung einiger Wurzeln selbst überzeugen. Nywan, ein weiterer Begleiter, wurde abends von einem kleinen Skorpion in die Hand gestochen. Es bereitete ihm offensichtlich ziemliche Schmerzen. Andreas suchte aus seinen Pflanzenschätzen eine Wurzel und bedeckte die Einstichstelle mit Teilen davon. Am nächsten Morgen war die Hand wieder OK. Wir sahen keine Schwellung und Nywan meinte, er hätte keine Schmerzen mehr.

Es war gegen Mittag, am nächsten Tag,  – ein Schuss, dem ein weiterer folgte, durchbrach die Urwaldgeräusche. Dann hörten wir das Brechen von Geäst und den Aufprall von Körpern. Andreas hatte für eine Mahlzeit gesorgt. Zwei Affen.

Abgezogen und fertig zum Essen - 2 Affen © Volker Abels
Abgezogen und fertig zum Essen – 2 Affen © Volker Abels

Nywan und Andreas enthäuteten die Tiere und nahmen sie aus. Anschließend entfachten sie ein Feuer. Leber, Herz, Nieren und Keulen wurden auf Holzspieße gesteckt.  Unser Mittagessen – Affen vom Spieß und Reis – eine Dschungelmahlzeit in Borneo.

 

Unterkunft im Dschungel © Volker Abels
Unterkunft im Dschungel © Volker Abels

Wir übernachteten in Zelten oder, wenn kein Platz vorhanden war, auch ohne Zelt im offenen Unterstand. Schlangen oder andere gefährlich Tiere sahen wir keine. Nur Plagegeister. Insekten und Blutegel. Mit Blutegeln hatte ich jeden Tag zu tun. Meistens konnte ich sie rechtzeitig entfernen (Dazu habe ich hier einen Artikel geschrieben). Trotzdem gab es immer wieder ein Exemplar, das sein Ziel erreichte und für blutrote Socken sorgte.

 

Und dann waren noch die Ameisen. Es war mitten in der Nacht. Ich wollte mein Zelt verlassen um einem dringenden Bedürfnis nachzukommen. Ich war gerade über Begriff mein Zelt zu öffnen, als ich im Schein der Taschenlampe ein breite Ameisenstraße sah, die quer über den Zelteingang führte.

Hunderte dieser Viecher kelterten am Eingang hoch. Ich wartete……. , aber der Zug der Ameisen brach nicht ab. Was tun? Ich wartete weiter, aber sehr viel länger konnte ich nicht warten. Ich grübelte. Dann kam mir ein verrückte Idee. Ich pustete die Krabbeltierchen an. Ich hatte mal gelesen, dass Tiere im Dschungel keinen Wind und Sturm mögen. Ich pustete weiter – tatsächlich, der Strom der Insekten verringerte sich. Weiter pusten. Die Ameisen verzogen sich. Sie verschwanden. Sie flüchteten sich in die Erde und verschwanden zwischen Mulch und Blättern. Ich wartete noch eine Weile. Aber es blieb ruhig. Endlich konnte ich das Zelt verlassen – ich war erleichtert.

Als ich Nywan von den nächtlichen Ameisen erzählte, meinte er, bei den Ameisen handele es ich um Feuerameisen. Die hätte ohne Probleme in mein Zelt kommen können – was mehr als nur unangenehm geworden wäre.

Das war das gefährlichstes Abenteuer der letzten Tagen. Nur weitere Anstrengungen der Dschungelwanderung lagen noch vor uns. Aber auch die verkrafteten wir gut und freuten uns bei der Rückkehr ins Dorf auf ein leckeres Essen.

Das Mittagessen wird vorbereitet © Volker Abels
Das Mittagessen wird vorbereitet © Volker Abels
Dschungel in Sarawak - Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak – Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak - Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak – Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak - Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak – Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak - Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak – Borneo © Volker Abels
Im Dschungel von Sarawak - Borneo © Volker Abels
Im Dschungel von Sarawak – Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak - Borneo © Volker Abels
Dschungel in Sarawak – Borneo © Volker Abels


Booking.com

Über Volker Abels

2010 habe ich foto-reiseberichte.com ins Leben gerufen.Reisen und Fotografieren sind meine großen Interessen. Außerdem mag ich (abgesehen von meiner Frau) Fußball (BVB :-)) an Webseiten basteln, im Internet surfen sowie ab und zu selber Sport treiben. Wenn ich Zeit übrig habe (was leider zu selten der Fall ist) lese ich auch gerne mal ein Buch.

Das könnte auch interessant sein.

Kutter im Hafen von Urk

Urk, ein kleiner Ort am IJsselmeer

Urk am IJsselmeer Obwohl wir schon mehrfach in den Niederlanden unterwegs waren, gehörte das IJsselmeer …

6 Kommentare

  1. Wow! Das war zweifelsfrei ein tolles Erlebnis! Ich bin schon viele Male in Sarawak durch den Dschungel Borneos gewandert, aber so tief bin ich nie vorgedrungen!

  2. Hallo,

    ja – und es war auch nicht ganz einfach die Genehmigung zu bekommen.

    Gruß
    Volker Abels

  3. Hallo Volker

    Zufällig bin ich auf deine Homepage gestossen. Sie lässt meine Vorfreude noch grösser werden!! :-))
    Ich gehe selber in 2 Wochen von Miri nach Long Banga und von dort fast bis nach Long Lellang und dann in einem 6 Tage-Trek nach Bario und weiter nach Pa Lungan und … ???
    Den Flug habe ich schon lange gebucht.

    Was mich gerade etwas beunruhigt ist die Bewilligung von der du schreibst. Davon habe ich noch nie etwas gehört. Ich war schon 2 Mal in Sarawak, letztes Mal in Bario und Umgebung, msste aber, bis auf Belaga wegen dem Dammprojekt, noch nie eine Bewilligung haben.

    Kannst du mir Genaueres schreiben?
    Ware toll!

    Mit liebem Gruss

    Renato
    aus der Schweiz

  4. Hallo Renato,

    danke für Deinen Kommentar.
    Meine Trekkingtour liegt schone einige Jahre zurück.
    Damals gab es Konflikte zwisschen der Regierung und den Punan.
    Das war auch der Grund dafür, dass ich eine die Genehmigung beantragen musste.
    Ich denke heute dürfte das wohl kein Problem mehr sein.

    Schöne Grüße
    Volker

  5. Ich bin ja seit 1989 aktiver Höhlenforscher und das Stichwort „Sarawak“ heißt bei mir sofort „Sarawak-Halle“. Dieser natürliche Hohlraum ist, sofern ich noch auf dem Laufenden bin, der größte unterirdische Höhlenraum der Welt. Ich habe eine Beschreibung der Entdeckung gelesen und war fasziniert.

    Hier ein Link mit einem Foto der Halle:
    http://www.scurion.ch/jm/index.php?option=com_content&view=article&id=161:sarawak&catid=53&Itemid=&lang=de

    Wer nach Sarawak reist, sollte auch versuchen, die Halle zu besuchen. Sofern man aber überhaupt die Erlaubnis bekommt, ist ist das aber eine Expedition und keine touristische Kaffeefahrt.

  6. Hallo Jens,

    ich war 1991 in der Niah – Höhle, das war schon sehr gewaltig. Heute ist es allerdings dort um einiges touristischer als damals.
    Gruß
    Volker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.